
Track fristet zwischen den Olympischen Spielen ähnlich wie Curling eher ein Mauerblümchendasein. Bei den Spielen zeigt sich aber, was für ein packender Sport das ist. Wer in der letzten Runde noch klar führt, kann trotzdem gleich in die Bande krachen. Überraschungen gab es hier nicht, auch wenn der Kanadier Charles Hamelin zwei Mal Gold gewann. Die Südkoreaner und die Chinesen dominierten die Rennen und holten sechs von acht Goldmedaillen.
Der kanadische Volkssport auf höchstem Niveau und mit einer unvergleichlichen Stimmung. Das war mitreißend. Und am Ende gab es für Kanada die prestigeträchtigste aller Goldmedaillen - mit einem Sieg im Finale gegen die USA.
Das erste Gold für die Kanadier bei heimischen olympischen Spielen war eine nationale Aufgabe. Mehr als 70 Millionen Euro wurden investiert, um den Bann zu brechen. Geld für Sportler, Sportstätten und Sportförderung. Erste Erfolge des Fünf-Jahres-Plans waren bereits in Turin zu sehen. Bei den Spielen in Vancouver gab es dann eine wahre Medaillenflut. Alexandre Bilodeau, von der einheimischen Presse "Alexandre, der Große" genannt, brach den Bann am dritten Olympiatag. 14 Mal gab es insgesamt Gold, und der wertvollste Erfolg von allen: Der Sieg im Hockeyfinale.
Auch Snowboard und hier vor allem die spektakulären Sprünge auf der Halfpipe rücken immer wieder bei Olympischen Spielen in die Öffentlichkeit. Der Sport hat einen amerikanischen Über-Superstar und seit Olympia auch einen australischen Superstar: Shaun White, der millionenschwere junge Mann aus den USA, der bei sich zu Hause eine eigene Halfpipe hat, flog auch auf dem Cypress Mountain in einer eigenen Liga und gewann überlegen. Bei den Frauen siegte Torah Bright aus Australien. Ihre Goldmedaille führte dazu, dass in ihrem sonnenverwöhnten Heimatland in den Nachrichtensendungen zunächst erklärt wurde, was Snowboard für ein Sport ist.
Skicross ist neu im olympischen Programm und das IOC wird das nicht bereut haben. Eine Sportart, die begeistert. Schnelligkeit, Spannung, viele Medaillenkandidaten, Technik, akrobatische Sprünge. Martin Fiala, einer der deutschen Starter, sagte über seine Sportart: „Wenn Niki Lauda behauptet, beim Formel-1-Rennen von Monaco fliege man mit dem Hubschrauber durch das Wohnzimmer, dann fliegen wir mit dem Kampfjet durch die Besenkammer."
Aus deutscher Sicht hat in Vancouver Eisschnellläuferin Stephanie Beckert das absolute Glanzlicht gesetzt: Mit mageren zwei Weltcupsiegen war sie nach Kanada gekommen, hier räumte sie gleich zwei silberne Einzel- und eine goldene Team-Medaille ab. Jetzt will sie richtig durchstarten: "Ich bin jetzt erst auf den Geschmack gekommen."
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