
Er ist arbeitslos und das aus freien Stücken. Dirk Nowitzki (32), Kapitän der Dallas Mavericks, zog die Option, aus seinem Vertrag, der noch die nächste Saison bei einem Jahresgehalt von 21,5 Millionen Dollar enthalten hatte, auszusteigen. Das Pokern um ihn und andere Superstars der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA kann beginnen.
Nowitzki hat die Kündigung nach zwölf Jahren mit den Mavericks, bei denen er vom "German Wunderkind" zum Superstar aufstieg und so gut wie alle Klubrekorde verbesserte, schon am Dienstag hinterlegt. Und sein Name ist bei weitem nicht der einzige prominente auf der Liste derer, die von heute an frei über ihre Zukunft entscheiden können - siehe LeBron James, Dwyane Wade oder Amare Stoudemire.
"Ich darf erst morgen früh darüber reden", schwieg Nowitzkis Berater und Freund Holger Geschwindner gestern. "Wollen wir doch mal sehen, wer sich da alles so meldet."
Insider vermuten allerdings nicht nur in Dallas, dass es ziemlich egal ist, wer jetzt bei Nowitzki, der gerade in Deutschland Urlaub macht, anklopft, dass er die Option vor allem zog, um einen neuen Vertrag mit den Mavericks zu unterschreiben und dem Klub so innerhalb der "Salary Cap" (Gehaltsobergrenze) mehr Spielraum für Verstärkungen zu geben. Im Gespräch für einen neuen Vierjahresvertrag Nowitzkis mit Dallas sind 96 Millionen Dollar mit einer Klausel, nicht an andere Klubs weiter gereicht zu werden. Die hat in der NBA sonst nur noch Kobe Bryant von den Los Angeles Lakers in seinem Vertrag.
Nach dem bitteren Aus in der ersten Play-off-Runde gegen San Antonio im April könnte Nowitzkis Ziehen der Option der erste Schritt bei dem Versuch sein, ihm in Dallas einen Superstar auf Augenhöhe an die Seite zu stellen. Einen wie LeBron James beispielsweise, an dem Mavericks-Besitzer Mark Cuban schon Ende Mai öffentlich Interesse bekundete und dafür 100 000 Dollar Strafe an die NBA zahlen musste, weil er es vor dem Ablauf der Frist des Nicht-Aktiv-Werdens tat, die gestern endete. Als weitere Kandidaten gelten Joe Johnson (Atlanta Hawks) und auch Dwyane Wade (Miami Heat), die aber auch in Miami, Chicago, New York und New Jersey gehandelt werden.
Um sicher zu stellen, dass seine Galionsfigur der vergangenen zwölf Jahre nicht doch plötzlich woanders mit einem Superstar auf Augenhöhe seinen Traum, endlich Champion der NBA zu werden, jagt, will Mavericks-Präsident Donnie Nelson "mit Blumen und Schokolade in der Hand nach Deutschland fliegen und ihm damit auch allen Respekt erweisen". Sicher ist sicher, scheint Nelson zu denken. Er weiß, der Poker ist eröffnet - mit nicht vorhersehbarem Ausgang.
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